Donnerstag, 15. September 2016

Bathday

Hallo ihr lieben Lebensverfolger =) wie vielleicht einige mitbekamen, ist heute mein Geburtstag.

In Kenia ist der Geburtag kulturell gesehen eher unwichtig, was natürlich auch vom Stamm abhängt
(demnach git es in Kenia 42 Kulturen). Dies hat zur Folge, dass die meisten Kenianer ihr Geburtsdatum nicht wissen, wobei sie sich dann, wenn sie keine Ahnung haben, sich einfach eins aussuchen.
Aber ich kann es den kenianischen Müttern nicht verübeln, wer sich 15 Geburtdaten merken muss, hat auch 15 Münder zu bekochen, da bleibt keine Zeit für Datenschreiberei.
Nun da sich also auf der Station hier deutsche und kenianische Kultur schon seit langer Zeit mischen und die Deutschen eigentlich ja viel den Geburtstag feiern  und da das von Kenianern ausgesprochene Birthday  einfach wie Bathday (Badetag) klingt, ergab sich die Tradition, Geburtagslinge wie mich einfach ausgiebig zu waschen.
So wurde ich also heute mehrmals ausgiebig gereinigt. Wobei sich dabei die ganze Station wirklich Mühe gab, sodass sogar die Frau des Stationsleiters mich in ein fiktives
Gespäch verwickelte, um den Wasserfall des Geburtagssegens über mich ergießen zu lassen.

Ich danke allen, die mir gratulierten und an mich dachten!
Es war ein toller Tag für mich, vorallem auch da meine Freundin mitten in australischer Nacht aufstand, nur um mich mit ihren Worten zu beehren.
Gott hat mich mit unglaublich vielen Freunden gesegnet und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Damit und mit ein paar Bildern ein gesegnetes Wochenende noch.
 
Krokodil und Schildkröten Farrm

Oberhälfe, Fleisch, Unterhälfte-> Klingt nach Burger

Ich muss gestehen: Ich steh auf Schildkröte(n)




Sonntag, 11. September 2016

Was macht der Samuel eigentlich?


Ziemlich viel und ziemlich viel unterschiedliches, sodass das Blogschreiben zeitweilen wohl etwas zu kurz kommt, sorry=)

Trotzdem eine gute Frage=)

Meine Erwartungen sahen zunächst jedenfalls anders aus, denn ich bin einer der wenigen, welcher nicht an den Vorbereitungstagen teilgenommen hat.
Demnach waren meine Erwartungen auf meine milde gesagt bescheidene Informationslage abgestimmt.

Ich dachte an eine kleine Station mit einem Schweißgerät einer Handbügelsäge und jede Menge unkomfortabler Arbeiten da Werkzeug nicht vorhanden.
Wie schlecht ich wirklich vorbereitet war, merkte ich vor allem an meinem Koffer dessen Inhalt  zwar schön aber völlig unnütz ist. Beispiele:


Ich nahm mein Pennyboard mit.
Klar gibt es in Nairobi Straßen, aber wenn ich nicht das Ziel hätte Schlaglochslalomweltmeister zu werden, oder mir dank der Rauheit ein Fußsohlendauerpeeling zu gönnen, ist dieses abgesehen von gelegentlich Hof Fahrten völlig unnütz.

Ich nahm nur sieben Paar Socken mit,
da mir jemand sagte, man laufe in Kenia  „eh nur in Sandalen“ rum.
Dieser dachte wahrscheinlich nicht daran, dass ich ja auch in Sandalen Socken zu tragen habe, um den deutschen Klischees gerecht zu werden. Ob ich mir dann beim Packen dachte, dass ich barfuß in meinen auch eingebpackten Arbeitsschuhen rumlaufen werde weiß ich nicht, war auf jeden Fall selten dämlich.

Apropros Schuhe, die Sandalen die ich einpackte, sind die meines Vaters, gewesen, und waren wahrscheinlich schon vor 26 Jahren hässlich wie die Nacht. Keine Ahnung wie meine Mutter diese übersehen konnte, aber da bin ich meiner Existenz willen sehr froh drum.
Als Fiona sah, dass ich diese einpackte, lachte sie sich wahrscheinlich ins Fäustchen und dachte, dass sie sich jetzt wenigstens keine Gedanken um die sich hier befindliche Damenwelt machen müsse, wenn ich tatsächlich diese Schuhe trüge müsse mir jedes weibliche Wesen auf Meilen fern bleiben.
Da muss ich übrigens im selbigen Zuge meinem Vater beichten, dass diese bei unserem Ozeanunfall, wie die Kenianer gerne sagen „ disappeared“ sind.



Übrigens hänge ich grade Hängematten zwischen zwei Palmen, ähh ups sind doch Kiefern, und genieße die Sonne. Die Hängematte nahm ich mit da ich dachte die schlafen hier alle darin… wenn mich nicht alles täuscht habe ich dieses Fehlwissen Karl May zu verdanken. Während meines gerade ungebändigtem  und fadenverlierenden Schreibflusses, singt mir ein imitier-freudiger Vogel sein Repertoire an unterschiedlichen Automotoren vor, da sein Nest anscheinend direkt neben der Autowerkstatt befindlich zu sein scheint.

Außerdem ist hier ein Federvieh, welcher denkt er wäre eine Autodiebstalsicherungssirene, die im falschen Körper eines Vogels geboren ist. Seinen Unmut darüber macht er mit einer abnormal lauten und erstaunlich präzisen morgen Session neben meinem Fenster Luft, was ein komischer Zusatz zu meinen eh schon verstörenden träumen ist.

Ok zurück zum Thema: im Nachhinein packte ich gar nicht so schlecht, da ich die Dinge die ich misste hier nach kaufen konnte.
Zum Beispiel Jack & Jones T-Shirts für 50 Cent  oder Vans für 17 € ( 1700 Keniashilling)

Wie auf meiner neu gestalteten Blogseite „ Bloginhalt“ schon beschrieben haben werde, gibt es viele Arbeitsbereiche auf der Station. Und wie die meisten bereits wissen, wurde ich in den Radioworkshop eingeteilt und dachte jedenfalls dass ich hier Radiotürme schweißen werde.
Hier aber kam alles anders:

Als ich von meiner ersten Reise zurückkam, und auf dieser feststellte dass allerlei Instrumente und Lautsprecher kaputt waren, welche auf der Reise nicht oder nur teils funktionierten, war mein Arbeitsbereich für mich schon festgelegt.
So begann ich gleich überall zu arbeiten, nur nicht im Radio Workshop. Jetzt wo ich meine Arbeit mit all den Musikanlagen und kaputten Kabeln fast beendet hab, kam die Nachricht rein dass ich doch in der Autowerkstatt arbeiten werden. Ein spannendes Kapitel für mich, da ich auf diesem Gebiet zwar eher unerfahren bin aber bestimmt hilfreich sein kann.

Nach dem Arbeiten, was durch die zahlreichen Pausen und dem spätem Beginn erst nach 5 ist, wird bis zum Abend Volleyball gespielt.
Wie einige evtl. wissen war das auch schon in Deutschland meine begehrteste und  vielleicht auch einzige Sportart neben dem Longboarden. So freue ich mich dass das Spiel dank einiger ehemaligen Nationalspieler der kenianischen, aber auch der paraguayischen Mannschaft sehr qualitativ und weit über meinem Niveau ist, sodass ich mit der Geduld meiner Mitspieler viel lernen darf. Ansonsten mache ich Musik, gebe Klavierunterricht, lerne Kisuaheli, genieße die Natur, bereite Andachten vor, koche und lese.

Letze Woche war ich in Timbaroa, wo ein Wirbelsturm einen unserer Radiotürme hat instabil werden lassen. Wir richteten diesen wieder, und hatten eine gesegnete Zeit in einem kleinen Team an einem sehr kalten Ort.

Was ansteht:  ich werde an meinem Geburtstag einen einheimischen Zimmerkameraden bekommen. Eigentlich komme ich mit den Einheimischen sehr gut klar nur leider genau mit dem nicht. Was aber mehr von seiner Seite rührt da ich allen hier offen gegenüberstehe. Leider ist solch eine Situation mit Einheimischen schwer zu klären, da sie eine andere Art der Problembehandlung haben als wir Deutschen, aber naja.

Sorry für die Bilderlosigkeit aber da Nils nicht mehr bei mir ist, und ich keine Kamera habe, ist das grade schwer=()

Ich sende also feinste Grüße aus Afrika =)
Wenn ihr für mich beten möchtet so dankt in erster Linie für Gottes Gnade, denn mir geht es super. Und den zuletzt genannten Beweggrund.





Freitag, 26. August 2016

Schon „Tschüss“ gesagt



In diesem Post möchte ich von einem Zwischenfall berichten, welcher sich während des Stationsurlaubs an der Ostküste Kenias, im Indischen Ozean zutrug.
Am Donnerstag dem 18 August ging ein Großteil unserer Leute schwimmen. Es war Flut und 200m von der Küste entfernt befindet sich ein Riff, welches komplett entlang der Küste verläuft und an welchem sich die Wellen brechen. Aus Geld- und Werbegründen hielt es das Hotel,auf dessen Grundstück wir campten, nicht für nötig uns darauf hinzuweisen, dass ans diesem Riff gefährliche Strömungen herschen. Als acht Musungus, Ich eingeschlossen, dem Spaß verlockenden Wellen am Riff beiwohnten, merkten wir schnell, dass die Ströung uns Ozeanwärts zog und ein Entkommen nur schwer möglich war. Ich selbst war 10-15 Minuten allein in diesen Wellen, nach Hilfe schreiend und Kraft verlierend. Wie ich schlussendlich und am Ende meiner Reserven aus den Wellen rauskam weiß ich nicht mehr,aber ich hatte schon "Tschüss" gesagt. Als diejenigen welche es geschafft hatten, Hilfe für die anderen holten indem sie LKW Reifenschläuche in die Wellen schickten, wurden Kurt und Felix bei dem Versuch mit einem dieser Reifen Hilfe zu leisten von einer Welle vom Reifen getrennt und gerieten so hart in Not, dass zwei meiner Freunde von diesem Ozean und dem Versagen des Staats Kenias getötet wurden.
Denn ein Rettungschiff kam, aber viel zu spät.


 
Ich bin dankbar, dass Gott uns anderen aus den Wellen rettete, sonst wären jetzt 10 Menschen tot.
Kurt und Felix riskierten ihr Leben für mich und meine Freunde, bis in den Tod. Wir dürfen wissen das Jesus sie mit offenen Armen empfing und sie jetzt an einem Ort des Friedens sind.

Ich könnte jetzt sehr viel Gutes über diese Personen schreiben, aber ihr Lebensziel lag darin ein Zeugnis für Gottes Liebe zu sein, und das waren sie!

„Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“
Johannes Evangelium Kapitel 15 Vers 13
Dass war der Vers, über den die Predigt ging, am Morgen des Unfalls.
Der Strand, und links im Hintergrund das verhängnisvolle Riff


Die Phase meines Trauerns nimmt gerade ihr Ende, aber doch hinterlassen diese Menschen hier ein großes Loch.
Ich nehme also grade die normale Arbeit wieder auf, und füge mich dem Alltag.
Der nächste Post kommt, wenn es wieder was zu berichten gibt.

Montag, 15. August 2016

Erlebnisbericht Impact

Hallo zusammen,
Leider ist der Post, der ankündigen sollte, dass zwei Wochen Funkstille herschen wird, nicht durchgkommen. Pole (Sorry) dafür und viel Spass beim Lesen.

Tag 1
Eine 16 stündige Reise, ganz in den Westen, kurz vor die Grenze zu Uganda birgt einiges in sich, und kostet vor allem eine Menge Kraft. Diesmal fuhren wir in einen Teil von Kenia, welchen ich noch nicht gesehen hatte(denn selbst entgegen meiner einheimischen Teamkameraden habe ich, durch die "Crossroads Reise" schon viel gesehen): leicht hügeliges Land, welches mir sehr fruchtbar zu sein schien, in dem Antilopen, Gazellen und Zebras neben dem gut ausgebauten "East African Highway" grasten.
Irgendwann, nach Nakuru, welches im "Rift Valley" (Ostafrikanischer Grabenbruch, welcher durch ganz Kenia geht) liegt, änderte sich das Umfeld zu sehr steinigem, weniger fruchtbar scheinenden, Hügelland ,inmitten welchen der Lake Baringo, als Oase der Frucht und Feuchtigkeit eingebettet liegt. Hier machten wir Rast, denn reisen im Lkw ist anstrengend.
Als wir dann nach mehreren Stopps wegen Unterfunktion des Lkws und mehreren Stunden Fahrt ohne Menschen oder Stromleitungen oder gar Straßen ankamen, war es schon dunkel. Doch dunkel ist das falsche Wort, wo Lichtquellen im Kilometerumkreis fehlen und ein Unwetter sein Unwesen treibt, ist der Himmel schwarz, so wie ich ihn bis jetzt noch nie schwarz sah.
Begrüßt wurden wir mit Sang und typischen kenianisch langgezogenen Dankes- und Willkommensreden. Das Abendessen war, zu meinem Verdruss, ein Berg Ugali mit undefiniertem Gemüse dazu.


                         
 So hängt das Ziegenfleich den ganzen Tag in der Wärme und den Fliegen ausgesetzt im Freien. 



Um nicht mit leerem Magen zu nächtigen, griff ich mir einen Fleischklumpen. Und während ich das Fett-Sehnen Gemisch vom Kniegelenk der Ziege Knabberte, wobei ich nur vom hören wusste was es war, da ich in der Dunkelheit nichts sah, schweiften meine Gedanken weg vom Kenianischen Dankes Redner zu Fiona, wie manches mal wenn Müdigkeit sich breit macht und man sich nach verständiger Gesellschaft sehnt.



Ich beim versuch der Kommunikation


Arbeiten in Kenia ist anders. 6 Leute sollen ein rechteckiges ca. 3*1,5m Loch graben was am Ende 5 Meter tief sein soll. Nun arbeitet von den 6en aber nur einer, während die anderen drum herum stehen. Wenn der eine nicht mehr kann, setzt ein anderer ein. Ein Arbeit die man also auch zu zweit machen könnte. Vor allem da es drum herum noch genug zu tun gäbe. Da dies für mein deutsches Produktivitätsdenken etwas unverständig war, suchte ich mir dann andere Arbeit. Steine schleppen, welche später als Fundament dienen sollen, dies aber bei der anderen Toilettenbaustelle. Steine hoch heben in dieser Gegend ist aber gefährlich, da dies der Lebensraum der Skorpione ist. Nach dem 30sten Stein etwa hatte ich dann auch meinen ersten Skorpion Kontakt woraufhin ich ihn gleich mit dem Stein zerdrückte. Was mir im Nachhinein Leid tat, denn man sagte mir später, man könne ihnen einfach die Giftblase ausdrücken und sie dann sogar auf den Arm nehmen.
Um nicht mit leerem Magen zu nächtigen, griff ich mir einen Fleischklumpen. Und während ich das Fett-Sehnen-Gemisch vom Kniegelenk der Ziege knabberte, wobei ich nur vom Hören wusste was es war da ich in der Dunkelheit nichts sah, schweiften meine Gedanken weg vom Kenianischen Dankesredner zu Fiona, wie manches mal wenn Müdigkeit sich breit macht und man sich nach verständiger Gesellschaft sehnt.

Tag 2
Dieser Trip, Impact genannt, ist eine Mischung aus Teambuilding und Baueinsatz. Wir bauen 2 Toiletten Häuschen und versorgen eine Schule mit Amaturen, die etwas von Kirchenbänken haben, sodass Schreib- und Sitzfläche vereint sind.
Die interessanteste Erfahrung war es dann, nach gelungenem Tage sich im Fluss zu Waschen, Duschen kann man das nicht nennen. Bei vermehrtem Vorkommen von Schlangen und Blutegeln ist dies ein besondere Nervenkitzel, vor allem da das Wasser so dreckig ist , dass man nicht sieht wo man hintritt. Während des Schreibens meint eine Ziege einen nicht enden wollenden lauten Ruf loszulassen, der sich skurriler Weise anhört wie ein Kind welches schreit. Die Wellblech-Hütte in welcher wir schlafen, ist ständig von Kühen, Dromedaren und eben Ziegen umgeben, welche dann meist von einem 6-8 Jährigen umher getrieben werden. Da weiß man wenigstens wie David, vor seiner Amtszeit ,so sein Leben verbrachte :)
 Dromedare sind sehr ruhige Tiere welche sehr lustig ausehen, wenn sie kauen. Mein Zimmerkamerad Hans und ich sind zum Dromedar Fanklub geworden und haben jedes, welches wir sahen versucht zu streicheln.
Es ist echt schön zu sehen wie sanft sie mit den Kindern interagieren. Mir fiel dies schwer, da diese Kinder leider dank ihres Hüter-Jobs, nicht zur Schule gehen, und daher kein Englisch können. Andererseits sind sie zumeist so von meiner Zahnspange verwirrt, dass sie sich erst darüber beratschlagen, was dass wohl sein könnte.

Tag 3
 Dieser Morgen startete mit einem wunderschönem Erlebnis. Sechs Musungus (weiße Menschen) und ein Einheimischer machten sich auf den Weg Querfeldein auf einen nahgelegenen Berg zu, auf dem uns große Felsen und eine gute Aussicht winkten. Als ich einem Einheimischen am Vortag von unserem Plan erzählte, verzog er sein Gesicht und sagte, dass dies gefährlich sei aufgrund der Schlangen und Skorpione. Wir schlugen uns also durch das dichte Dornen-Dickicht, gelangten innerhalb einer 1/4 Stunde auf den Berg und genossen den Sonnenaufgang auf einem Felsen.



Tag 4
Tag5
Während wir grade geschäftig am Werken waren, um den Rahmen des Toilettenhäuschens zusammen zu schrauben, fing es unerwartet an zu regnen. Nachdem wir alle Werkzeuge vor dem Regen gerettet hatten, und völlig durchnässt an unserem Häuschen ankamen, kamen wir auf die Idee uns das Duschen im dreckigen Fluss zu sparen und diese ganz natürliche Dusche zu nutzen.
Regen ist in diesem Gebiet etwas gefangennehmendes, denn "Straßen" sind bei Nässe nicht befahrbar. Wir beteten, dass es am Abreisedatum nicht regnet, sonst würde die Weiterreise nach Mombasa schwer werden.
Tag6
Tag7
Sonntag, Tag des Herrn, Zeit um den drei umliegenden Gemeinden einen Besuch abzustatten. Demnach teilte sich unsere Gruppe In 3 Teile auf, wobei ich der kleinsten Gruppe beiwohnte, und darin der einzige Deutsche war. Der Gottesdienst war fast vollständig in der Stammessprache, sodass ich zumeist nur passiv beiwohnte. Später aber wurde ich gebeten, für eine Frau zu beten, was dann über 2 Übersetzer in Poket, der Stammessprache gebracht wurde. Als die Jugendlichen mir später noch einige Glaubensfragen in kleinerer Runde nahelegten, begab es sich, dass ich zum zweiten Prediger des Tages wurde, als meine Redefluss nicht zu bändigen war. So bin ich dankbar durch den Heiligen Geist aktiv gewesen sein zu können.
Am Nachmittag wurden wir zu einer Wanderung über die trockene Dornengestrüpp-Steppe, welche kein Ende zu nehmen schien und nur von tiefen ausgetrockneten Flussbetten unterbrochen wurde, eingeladen. Das darauffolgende Volleyball-Turnier war eine willkommene sportliche Abwechslung.
 Zwischenerzählung: Auf unserem Weg kamen wir an einer recht gut ausgebauten, großen Schule vorbei, welches einer der wenigen Gemäuer hier in der Gegend ist, welches wirklich ein Gemäuer, also gemauert, und nicht aus Wellblech ist. Zum allgemeinen Erstaunen war das Gebäude aber leer. Die Geschichte dahinter ist eine Grausame:
Irgendwann begann die Regierung in Pokot, nahe des Flusses, welcher die Pokot von den Samburu trennt, eine Schule zu bauen. Diese war gedacht für alle Kinder des Tals, von beiden Stämmen. Ein paar Jahre lief diese Schule gut. Dann, ca. 10 Jahre ist es her, massakrierten die Samburu aufgrund eines Streitfalles, welche es zwischen diesen Stämmen leide häufiger gibt und dies zumeist wegen Ziegen oder Wasser, alle Pokot Kinder dieser Schule. Als später die Fehde endete, und ein Friedensmal errichtet wurde, entschied man im gleichen Zuge das Schulgebäude nicht mehr zu nutzen. Die Ganzheitlichkeit dieser grausamen Tat wurde mir bewusst, als ich an dieser Schule vorbeikam, welcher nur 500m von unseren Behausungen entfernt liegt, und sah, dass sich menschliche Knochen im Wasserauffangbecken befanden. Zu klein, um die von ausgewachsenen Menschen sein zu können.


Tag 8
Heute war wieder Duschen im Regen angesagt, da uns der Regen erwischte als wir grade unseren Müll verbrannten, gab es den Luxus einer warmen Dusche. Etwas ganz besonderes in diesen Breitengraden.


Tag9
Da alle Einheimischeön, die etwas auf sich halten, einen geschälten Stock bei sich führen, befanden wir (Hans und Ich) uns in der Situation, auch bedürftig nach einem solchen Ehrstab zu sein. So zogen wir los zu einem Ort, welchen wir bei der letzten Wanderung gesehen hatten, wo sich wohl exotischeres Gehölz vorfinden lassen könnte. Denn das umliegende Holz der Bäume und Sträucher scheint gänzlich ungeeignet, da knorrig und voll Dornen. Als wir fanden was wir suchten und uns auf den Heimweg begaben, hatte ich leider eine Konfrontation mit einem mir unbekannten Insekt. Dieses war ziemlich groß, flatterte laut und direkt in mein Gesicht und stach mich ohne große Vorwarnung nahe meines rechten Auges. Doch außer Schmerz und dem Entfernen des Stachels während das Biest uns weiter attackierte, war zunächst nichts besonders festzustellen, biss->
Tag 10
Zum nächsten Morgen, als meine Auge geschwollen und Kopf und Magen schmerzten. So lag ich erstmals flach.
Tag 11
Als mein Auge diesen Morgens noch mehr geschwollen war, sodass ich kaum noch sah, ließ ich mir Salbe geben, womit sich das Auge besserte.
Tag 12
Tag13 Die Heimreise verlief erstaunlich schnell und problemlos. Nun beginnt das Packen für Mombassa.